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Großer Zuspruch für die Informationsveranstaltung „Begleiten statt beenden“

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Fast 270 Menschen folgten der Einladung des Runden Tisches Hospiz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gung Rotenburg zu dem Infor­ma­ti­ons- und Dis­kus­si­ons­abend „Begleiten statt beenden“.

Das „Hospiz Zum Guten Hirten“ betei­ligte sich ebenfalls an dem Abend, der die Themen Ster­be­wün­sche, assis­tier­ter Suizid und gute Beglei­tung am Lebens­ende in den Mit­tel­punkt stellte.

Wie kann man Menschen am Lebens­ende gut begleiten? Was steckt hinter einem Ster­be­wunsch? Und wie lassen sich Selbst­be­stim­mung, Fürsorge und Ver­ant­wor­tung mit­ein­an­der verbinden? Diesen Fragen widmete sich der Abend mit fach­li­chen Infor­ma­tio­nen, unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven und viel Raum für per­sön­li­chen Austausch.

Johannes Stephens, Geschäfts­füh­rer des „Hospiz Zum Guten Hirten“, eröffnete die Ver­an­stal­tung mit einem zentralen Gedanken aus der Hospiz- und Palliativarbeit:
Hinter der Aussage „Ich möchte nicht mehr leben“ könne auch der Wunsch stehen: „Ich möchte so nicht mehr leben.“

Umso wichtiger ist es, genau hin­zu­hö­ren und zu verstehen, was einen Menschen belastet. Dabei können Schmerzen und Ängste ebenso eine Rolle spielen wie Ein­sam­keit, der Verlust der Selbst­stän­dig­keit oder die Sorge, anderen zur Last zu fallen. Einen Ster­be­wunsch ernst zu nehmen bedeutet deshalb auch, Menschen mit ihren Fragen und Nöten nicht allein zu lassen.

Im Mit­tel­punkt des Abends stand die Situation schwerst­kran­ker und ster­ben­der Menschen. Zugleich wurde deutlich, dass die gesell­schaft­li­che Debatte über assis­tier­ten Suizid weit darüber hin­aus­reicht. Die Ver­an­stal­tung wollte infor­mie­ren, Ori­en­tie­rung ermög­li­chen und unter­schied­li­che Erfah­run­gen und Sicht­wei­sen respekt­voll mit­ein­an­der ins Gespräch bringen.

Ver­ant­wort­lich mit Todes­wün­schen umgehen

Den fach­li­chen Impuls gab Dr. Alexandra Scherg, Fach­ärz­tin für Innere Medizin und Pal­lia­tiv­me­di­zi­ne­rin sowie leitende Ober­ärz­tin der Pal­lia­tiv­me­di­zin am Elbe Klinikum Stade. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Todes­wün­sche und der Wunsch nach Sui­zid­as­sis­tenz“ erläu­terte sie die Hin­ter­gründe und die unter­schied­li­chen Dimen­sio­nen von Sterbewünschen.

Scherg plädierte für einen ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit diesen Wünschen und machte deutlich, dass die Ent­schei­dung für einen assis­tier­ten Suizid nicht nur den jewei­li­gen Menschen betrifft. Auch Ange­hö­rige müssen diesen Weg mitgehen und mit den Folgen umgehen. Das kann für sie mit erheb­li­chen emo­tio­na­len Belas­tun­gen verbunden sein.

Im Anschluss mode­rierte Pastor Matthias Richter, Vorstand des Dia­ko­nis­sen-Mut­ter­hau­ses Rotenburg, die Dis­kus­sion. Die Besu­che­rin­nen und Besucher nutzten die Gele­gen­heit, Fragen zu stellen, eigene Gedanken ein­zu­brin­gen und unter­schied­li­che Sicht­wei­sen mit­ein­an­der zu diskutieren.

Was Hospiz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gung leisten kann

Ein wesent­li­cher Teil des Abends widmete sich den Mög­lich­kei­ten der hos­piz­li­chen und pal­lia­ti­ven Beglei­tung. Dabei geht es nicht nur um die Linderung von Schmerzen und anderen belas­ten­den kör­per­li­chen Beschwer­den. Ebenso wichtig sind psy­cho­so­ziale Unter­stüt­zung, Seelsorge und ver­läss­li­che mensch­li­che Nähe.

Zur Sprache kam auch die Frage nach ange­mes­se­nen Behand­lungs­zie­len. Welche medi­zi­ni­schen Maßnahmen helfen einem Menschen noch und ab wann wird eine Behand­lung selbst zur Belastung? Bei solchen Ent­schei­dun­gen müssen die Wünsche und die Lebens­qua­li­tät des betrof­fe­nen Menschen im Mit­tel­punkt stehen.

Besondere Auf­merk­sam­keit galt den Ange­hö­ri­gen. Sie erleben oft ein Wech­sel­spiel zwischen dem Wunsch, einen geliebten Menschen nicht zu verlieren, und der Hoffnung, dass dessen Leiden ein Ende findet. Auch sie brauchen ver­ständ­li­che Infor­ma­tio­nen, Ent­las­tung und Gesprächs­part­ner, mit denen sie über Unsi­cher­heit, Trauer und wider­sprüch­li­che Gefühle sprechen können.

Nach Vortrag und Dis­kus­sion wurde der Austausch an den Infor­ma­ti­ons­stän­den der betei­lig­ten Ein­rich­tun­gen rege fort­ge­setzt. Auch das Hospiz „Zum Guten Hirten” infor­mierte über seine Arbeit und die Mög­lich­kei­ten hos­piz­li­cher Beglei­tung. Besu­che­rin­nen und Besucher hatten die Mög­lich­keit, per­sön­li­che Gespräche zu führen und Kontakte zu Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten in der Region zu knüpfen.

Der Runde Tisch Hospiz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gung Rotenburg bringt Ein­rich­tun­gen und Fachleute aus den Bereichen Medizin, Pflege, Hos­piz­ar­beit, Seelsorge und Ein­glie­de­rungs­hilfe zusammen. Das Hospiz Zum Guten Hirten ist Teil dieses Netzwerks. Gemeinsam setzen sich die Betei­lig­ten dafür ein, Menschen am Lebens­ende und ihre Ange­hö­ri­gen gut und ver­läss­lich zu begleiten.

Der große Zuspruch an diesem Abend machte deutlich, wie wichtig offene Gespräche über Sterben, Ster­be­wün­sche und die Bedürf­nisse am Lebens­ende sind. Eine gute Beglei­tung beginnt mit der Bereit­schaft, zuzuhören, schwie­rige Fragen aus­zu­hal­ten und gemeinsam nach Wegen zu suchen, die den Menschen und seine indi­vi­du­elle Situation in den Mit­tel­punkt stellen.

Mit­wir­kende Einrichtungen:

Hos­piz­ar­beit Fidelius

Dia­ko­nis­sen Mut­ter­haus Rotenburg

Aga­p­le­sion Dia­ko­nie­kli­ni­kum Rotenburg

Roten­bur­ger Demenznetz

Lebens­hilfe Rotenburg Verden

Hospiz Zum Guten Hirten 

Roten­bur­ger Werke

Palliativ Stütz­punkt

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