Als sich am Sonntag die Bänke der Kirche Zum Guten Hirten füllten, wurde schnell deutlich: Dieses Jubiläum war weit mehr als ein Geburtstag. 135 Menschen kamen zum Festgottesdienst zusammen. Angehörige, Ehrenamtliche, Unterstützerinnen und Unterstützer, Mitarbeitende, Wegbegleiter und Menschen, die dem Hospiz seit vielen Jahren verbunden sind. Viele von ihnen verbindet eine ganz persönliche Geschichte mit dem Hospiz Zum Guten Hirten. Was vor fünf Jahren als neues Angebot für die Region begann, ist heute für viele Menschen ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Rotenburg geworden.
Von einer Idee zu einem festen Ort in der Region
Im Juni 2021 öffnete das Hospiz Zum Guten Hirten erstmals seine Türen. Die Idee dahinter war klar: Einen Ort zu schaffen, an dem schwerstkranke Menschen ihre letzte Lebensphase in einer vertrauten und würdevollen Umgebung verbringen können. Einen Ort, an dem nicht die Erkrankung im Mittelpunkt steht, sondern der Mensch. Fünf Jahre später zeigt sich, wie sehr sich diese Idee entwickelt hat. Das Hospiz ist heute nicht nur ein Ort für Gäste und ihre Zugehörigen. Es ist ein Ort geworden, mit dem sich viele Menschen in der Region identifizieren. Das zeigte sich besonders während der Jubiläumsfeier.
Ein Haus voller Geschichten
In den vergangenen fünf Jahren wurden im Hospiz Zum Guten Hirten 488 Gäste begleitet. Hinter dieser Zahl stehen 488 Lebensgeschichten. Menschen mit Familien, Freunden, Erinnerungen, Gewohnheiten und Wünschen. Menschen, die noch einmal ihren Geburtstag feiern wollten. Menschen, die Zeit mit ihren Kindern und Enkeln verbringen wollten. Menschen, die sich einen letzten Herzenswunsch erfüllen konnten. Jeder Gast hat Spuren hinterlassen. Und jede Begleitung hat auch die Menschen geprägt, die im Hospiz arbeiten oder sich ehrenamtlich engagieren. Denn Hospizarbeit bedeutet weit mehr als pflegerische Versorgung. Es geht darum, zuzuhören. Zeit zu schenken. Angehörige zu begleiten. Wünsche ernst zu nehmen. Und Räume zu schaffen, in denen Leben bis zuletzt stattfinden kann.
Das Jubiläum machte sichtbar, was Hospizarbeit trägt
Nach dem Gottesdienst verlagerte sich die Feier auf das Gelände des Hospizes am Therkornsberg. Rund 250 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, das Haus kennenzulernen, mit Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und hinter die Kulissen der Hospizarbeit zu blicken. Besonders bemerkenswert war dabei die Vielfalt der Menschen, die an diesem Tag zusammenkamen. Ehemalige Angehörige trafen auf aktuelle Unterstützer. Ehrenamtliche berichteten von ihren Erfahrungen. Mitmachaktionen, sowie eine Hüpfburg und eine Fotobox sorgten für Unterhaltung. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt.
Interessierte Besucher stellten Fragen zur Hospizarbeit. Mitarbeitende erzählten von ihrem Arbeitsalltag. Immer wieder entstanden Gespräche über das, was diesen Ort ausmacht. Nicht das Gebäude. Nicht die Ausstattung. Sondern die Haltung, mit der Menschen hier begleitet werden

Hospizarbeit ist eine gemeinsame Aufgabe
Ein Jubiläum bietet die Gelegenheit, zurückzublicken. Es zeigt aber auch, wie viele Menschen notwendig sind, damit Hospizarbeit gelingen kann. Neben den hauptamtlichen Mitarbeitenden engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche für das Hospiz Zum Guten Hirten. Hinzu kommen Menschen, die Veranstaltungen unterstützen, Aktionen organisieren oder die Arbeit durch Spenden ermöglichen. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, die Hospizarbeit mit einer Spende zu unterstützen.
Dafür bedanken wir uns von Herzen. Denn Hospizarbeit wird in Deutschland nicht vollständig refinanziert. Zusätzliche Angebote, besondere Projekte und viele Dinge, die das Leben im Hospiz bereichern, sind nur durch die Unterstützung engagierter Menschen möglich.
Wir freuen uns über jede Unterstützung
Wer das Hospiz Zum Guten Hirten unterstützen möchte, kann dies selbstverständlich auch nach dem Jubiläum tun. Jede Spende hilft dabei, Menschen und ihre Zugehörigen weiterhin in einer Atmosphäre zu begleiten, die von Zeit, Aufmerksamkeit und individueller Zuwendung geprägt ist.
Informationen zu den verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Spendenseite.
Was bleibt
Als die letzten Gäste das Hospiz am Sonntagnachmittag verließen, blieb vor allem ein Eindruck: Fünf Jahre nach der Eröffnung ist das Hospiz Zum Guten Hirten in Rotenburg angekommen. Nicht nur als Einrichtung. Sondern als Ort, der für viele Menschen mit persönlichen Erinnerungen verbunden ist. Das Jubiläum hat gezeigt, wie viele Menschen diese Arbeit mittragen, unterstützen und wertschätzen. Und genau darin liegt vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieser fünf Jahre: Ein Hospiz entsteht nicht allein durch ein Gebäude. Es entsteht durch die Menschen, die ihm Leben geben.































